Sieben Mythen über das Bücherschreiben

Kaffeebecher, Bücher und Notizbücher auf sandiger Unterlage

In diesem Blogartikel möchte ich einige Mythen über das Schreiben von Büchern betrachten, die mir immer wieder in der Kommunikation mit anderen begegnen. Gerne möchte ich mit diesen Mythen aufräumen und euch Mut machen, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, falls ihr selbst zu denjenigen gehört, die dem einen oder anderen Mythos verfallen sind.

1. Ein Buch schreibt sich mal so eben zwischendurch

Hast du insgeheim schon mal gedacht: „Ach, ich schreib jetzt noch schnell ein Buch, um mich bekannt zu machen, das wird schon, das mache ich so nebenher?“ Schön wäre es, wenn es so funktionieren würde. Ich habe jedoch festgestellt, dass es ein gutes Zeitmanagement braucht, um ein Buch zu schreiben und auch einiges an Disziplin, um dranzubleiben. Gerade, wenn man mal einen Durchhänger hat und nicht an sich glaubt, dann ist es nicht leicht, trotzdem weiterzumachen. Mir hat es am meisten geholfen, wenn ich mir kleinere Schreibziele gesetzt habe. Dann habe ich die kleineren Erfolge gefeiert und bin Schritt für Schritt auch zum Ziel (zum fertigen Buch) gekommen. Vielleicht magst du dir ja deine Schreibzeiten in den Kalender schreiben.

2. Du musst immer im Flow sein, wenn du schreibst

Es gab Zeiten, da habe ich immer darauf gewartet, bis ich im Flow war, um zu schreiben, bis mich die Muse küsste und ich die tolle Idee für mein Buch hatte. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich da manchmal lange warten könnte. 🙂  Wenn du das Schreiben wirklich professionell betreiben willst, dann empfehle ich dir, es so oft wie möglich zu trainieren. Such dir ein Thema aus und beginn einfach darüber zu schreiben.  Ich merke es selbst auch immer wieder, dass ich mich erst wieder ins Schreiben eingrooven muss, wenn ich eine Weile nicht geschrieben habe. Übung macht den Meister.

3. Du musst ein Buch nur veröffentlichen, schon wirst du bekannt

Vielleicht denkst du: Ich schreibe ein Buch, überarbeite es und veröffentliche es und dann geht alles ganz von alleine und ich werde schnell bekannt. Du stellst dir vielleicht vor, dass man dich auf der Straße, weil man dich als Autor/in erkennt. Spaß beiseite. Auch das ist leider nicht so, jedenfalls in den meisten Fällen. Denn, um bekannt zu werden, brauchst du ein gutes Marketing. Selbst, wenn du dein Buch in Zusammenarbeit mit einem Verlag veröffentlichst, musst du Marketing machen. Gerade als Selfpublisher/in steckt man viel Zeit ins Marketing. Man hat vielleicht einen Blog (unbedingt empfehlenswert), eine Facebook-Fanpage (sollte man auch haben), macht (virtuelle) Lesungen oder ist sonst wie aktiv, um sich und sein Buch immer wieder ins Gespräch zu bringen. Das kostet oft mindestens so viel Zeit, wie das eigentliche Schreiben des Buches.

4. Ein Buch muss immer mindestens 300 Seiten Umfang haben

Es begegnen mir auch immer wieder Menschen, die mir erzählen, dass ein Buch mindestens 300 Seiten Umfang haben sollte, damit es wirklich ein richtiges Buch ist.

Ich persönlich bin der Meinung, ein Buch kann 300 Seiten dick sein, muss es aber nicht. Besonders Neuautoren rate ich, doch erst einmal mit einem kleineren Projekt zu beginnen. Gerade, wenn man meint, man muss ein Buch mit 300 Seiten Umfang schreiben, dann besteht die Gefahr, dass man sich zu wenig fokussiert, zu viele Themen ins Buch mit hineinnehmen will oder ins Schwafeln kommt, nur um die Seiten zu füllen. Natürlich gibt es komplexe Themen, die vielleicht auch mehr Seiten erfordern, aber bei vielen Themen gibt es die Möglichkeit, „abzuspecken“ und wirklich nur über das Wichtigste zu schreiben.

Deshalb rate ich dir zu schauen, ob es für dich und dein Thema nicht sinnvoll ist, mit einem kleineren Buchprojekt zu beginnen. Wenn du das durchgezogen und veröffentlicht hast, dann steigert das dein Selbstvertrauen in deine Schreibfähigkeiten enorm.

5. Nur, wenn du einen Verlag im Rücken hast, bist du erfolgreich

Eine Veröffentlichung in Zusammenarbeit mit einem Verlag hat sicherlich viele Vorteile. Auch heute noch gibt es Menschen, die Selfpublishing in die Schmuddelecke stellen und meinen, dass Selfpublisher halt keinen Verlag finden. Bestimmt wird es immer Menschen geben, die so denken. Es gibt aber auch immer mehr erfolgreiche Selfpublisher/innen. Als Beispiele im Sachbuch- und Ratgeberbereich möchte ich hier gerne Matthias Matting und Madame Missou nennen.

Übrigens: Es ist leider so, dass viele Verlage für Debüt-Autoren meistens wenig bis gar keine Werbung machen. Schaut euch mal die Verlagsvorschauen an, dann findet ihr dort auf den ersten Seiten meistens nur die etablierten Autoren.

Ich bin Selfpublisherin aus Leidenschaft, weil ich einfach die Freiheit genieße, alles nach meinen Vorstellungen zu machen. Doch, wenn irgendwann mal ein größerer Verlag an die Tür klopfen sollte, dann würde ich wahrscheinlich nicht Nein sagen. 🙂 So ist es übrigens schon einigen Selfpublishern – gerade im Belletristik-Bereich – ergangen. Mein Fazit: Beides hat Vor- und Nachteile und beides kann zum Erfolg führen.

6. Ein Buch reicht, um reich und berühmt zu werden

Vielleicht hast du ja auch schon mal insgeheim gedacht: Ich schreibe ein Buch, das wird der Knaller, das macht mich bekannt und das Geld fließt in Strömen. 🙂

Ein schöner Traum, der sich leider in den seltensten Fällen so realisiert. Meine Erfahrung sagt: Wenn du schreibst, dann musst du ständig nachlegen, sonst wirst du schnell vergessen. Schreibst du ein Buch, dann spricht ein halbes Jahr nach seinem Erscheinen vielleicht niemand mehr darüber, es sei denn, du machst ein ausgezeichnetes Marketing.  Ansonsten rate ich dir, mehrere Bücher zu schreiben oder vielleicht sogar eine Serie zu kreieren.

Mein Tipp: Du musst ja nicht jedes Buch als geddrucktes Buch herausgeben. E-Books werden auch immer mehr gekauft und gelesen und du bringst dich auch mit einem E-Book wieder ins Gespräch, wenn die letzte Veröffentlichung schon eine Weile her ist.

7. Du wirst als Autor geboren oder nicht

In den USA ist es der normal, dass man Kreatives Schreiben studieren kann oder dass man Kurse belegt. Man wird nicht zum Schriftsteller geboren, sondern wird einer. In Deutschland gab es für lange Zeit die vorherrschende Meinung, dass man das Schreiben in die Wiege gelegt bekommen haben muss. Doch stimmt das wirklich?

Auf der anderen Seite ist ein Germanistik-Studium nicht immer ein Garant dafür, dass derjenige dann auch schreiben kann.  In meiner Zeit als Videotext-Redakteurin habe ich schon einiges erlebt. So hatten wir auch zwei Kolleginnen, die beide ihr Germanistikstudium mit einer Eins abgeschlossen hatten, aber Schwierigkeiten hatten, die Inhalte eines Films komprimiert in wenigen Sätzen auszudrücken, so dass sie Platz auf einer kleinen Videotext-Seite hatten.

Was ist  denn dann wichtig, um eine gute Autorin zu sein? Sprachgefühl sollte vorhanden sein, die Liebe und Freude, mit Worten umzugehen.  Es ist auch hilfreich, wenn du ein Thema hast, wofür du brennst. Dann fällt es dir wahrscheinlich leichter, darüber zu schreiben, als wenn du dich zwingen musst. Alles andere kannst du lernen, auch ohne ein Studium an der Universität.  Wenn du dich unsicher fühlst, dann ist es ratsam, dass du dir Unterstützung bei einem Schreib-Coach holst oder einen Kurs belegst.  Das solltest du sowieso tun, wenn du noch nie ein Buch geschrieben hast. Eine Begleitung kann dir Sicherheit geben und hilft dir, Fehler zu vermeiden, die du sonst vielleicht bereuen würdest. Wann immer du etwas lernen möchtest, ist es gut, einen Lehrer zu haben, der das, was man selbst lernen möchte, schon kennt, und dir zeigen kann, wie du das Beste aus deinem Schreibtalent machen kannst.

Anne-Kerstin

Mein Name ist Anne-Kerstin Busch. Mit meinen Büchern und Kursen will ich dich dazu inspirieren, ein erfülltes Leben zu leben. Als Schreib-Mentorin helfe ich Coaches, Texte zu schreiben, die im Herzen der Menschen ankommen. Ich gebe meine Erfahrung aus 15+ Jahren in der Zusammenarbeit mit ganzheitlichen Unternehmern und Unternehmerinnen weiter.
Anne-Kerstin
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