Von der Einzigartigkeit zum Firmenslogan und mehr…, Teil 9

Foto: kpgolfpro – Pixabay

Nachdem sie von ihrem Notfall-Termin bei einer Patientin zurückgekommen war, hatte sie Martin gar nicht mehr gesehen. Als sie das Haus betrat, war alles dunkel. Er schien gar nicht da zu sein.

Der Anrufbeantworter blinkte und zeigte an, dass es in ihrer Abwesenheit zwei Anrufe gegeben hatte. „Ristorante Venezia speciale, an Ihrem Tisch ist eine Kette liegen geblieben“. „Martin hier. Ich komme heute nicht nach Hause. Ich brauche jetzt Abstand und bin bei meinem Kollegen auf dem Hausboot.“

„So ein Mist.“ Jeanette war noch nie eine Nacht alleine gewesen, seitdem sie mit Martin das Haus bezogen hatte. Sie spürte plötzlich, dass sie Angst bekam. Was wäre, wenn ausgerechnet heute Nacht etwas passieren würde und sie wäre allein. „Ach, hätte ich doch auf Martin mehr Rücksicht genommen, dann wäre ich jetzt nicht allein“, ging es ihr durch den Kopf.

Sie beschloss, nicht unten im Gästezimmer zu übernachten, sondern lieber oben im Schlafzimmer, weil sie sich dort sicherer fühlte und sie hoffte, dass sie nachts nicht aufwachen würde. Um sich abzulenken, beschäftigte sei sich noch mal mit den Unterlagen für ihr nächstes Einzigartigkeits- und Kommunikations-Coaching. Immer wieder sah sie dabei das Bild von der Kette vor sich, die Martin ihr schenken wollte und die jetzt beim Italiener lag. „Ja, die war schon wunderschön“, ging es ihr durch den Kopf.

Zuerst fasste sie ihre Kernkompetenzen zusammen:

Also: Ich liebe es, mit Heilkräutern zu arbeiten und kombiniere das mit Homöopathie.  Weil ich Heilkräuter so sehr liebe, schreibe ich darüber auch ein Buch. Und mein absolutes Lieblingsthema ist „Selbstheilung durch Schreiben“. Das möchte ich auch noch mehr erforschen und das soll immer mehr Raum in meiner Arbeit einnehmen.

Als nächstes fragte sie sich: Wer ist mein Lieblingsklient bzw. meine Lieblingsklientin?

Ja, wenn ich es mir recht überlege, dann sind das die Frauen zwischen 30 und 55. Frauen, die bereit sind, etwas Neues auszuprobieren. Oft sind das Frauen, die sich in einer Umbruchphase befinden und offen für sanfte Methoden sind, um die Selbstheilungskräfte zu unterstützen.

Dann fragte Jeanette sich: „Was ist das Besondere an mir? Was ist meine Einzigartigkeit aus meiner Sicht?“

Bei dieser Frage fiel es ihr nicht so leicht eine Antwort zu finden, da Jeanette wie viele Menschen es nicht gewohnt war, sich selbst zu loben und sich als einzigartig zu sehen. Während sie über diese Frage nachdachte, merkte sie, dass sie immer müder wurde. Und so schrieb sie nur einen Satz  als Antwort unter diese Frage: „Die Kombination zwischen Heilen und Schreiben macht den Unterschied.“

Dann legte sie Papier und Stift zur Seite und löschte das Licht. Sie schlief ziemlich schnell ein und träumte, dass sie vor einer Klasse stand und jedem Menschen dabei half, eine persönliche Geschichte zu schreiben, die jedem in seiner ganz speziellen  Situation half, Lösungen zu finden. Sie sah in diesem Traum richtig, wie die Menschen aufblühten, denn sie fingen an zu leuchten. „Seltsam“, sagte sie zu sich selbst im Traum. So etwas hatte sie noch nie erlebt. In diesem Traum schien das Schreiben die Menschen wirklich zu verändern und wieder mehr in ihre Mitte zu bringen.

Als sie von diesem Traum aufwachte,  war es mitten in der Nacht. Sie hörte, dass  es draußen ziemlich windig war. In der Ferne donnerte es.  Der Tag war aber auch ziemlich heiß gewesen. Sie machte Licht und schrieb ihren Traum auf. Schon seit ihrer Kindheit glaubte sie daran, dass ihre Träume eine Bedeutung für sie hatten, so auch dieser Traum. Später würde sie noch über die Bedeutung des Traums nachdenken.

Mittlerweile kam das Gewitter immer näher und die Abstände zwischen den Blitzen und dem Donner wurden lauter. Dann hörte Jeanette plötzlich ein Knacken, das von unten zu kommen schien. Sofort fiel ihr ein, dass sie alleine war und die Angst kroch in ihr hoch. Sie versuchte das Licht einzuschalten, aber es tat sich nichts. Was sie nicht wusste, der Blitz hatte in eine Leitung in der Nähe eingeschlagen und es einen Stromausfall gab. Jeanette spürte, wie die Panik stärker wurde. Sie versuchte, sich wieder in die positive Stimmung aus ihrem Traum einzufühlen, doch das wollte nicht gelingen. „Wenn Martin jetzt bloß da wäre“, dachte sie.   Plötzlich hörte sie etwas scheppern. Sie wusste nicht, ob es draußen war oder vielleicht sogar im Haus. Sie schaute aus dem Fenster. Gerade erhellte ein Blitz die Straße, auf den ein lauter Donner folgte. Und wieder schepperte etwas.

„Ob ich Martin eine SMS schicke? Nein, das kann ich jetzt nicht machen. Ich kann nicht auf der einen Seite  mich selbst verwirklichen und wenn ich dann Angst habe, angekrochen kommen.“ Sie atmete tief durch. Mittlerweile prasselte der Regen auf das Dachfenster und als sie noch mal auf die Straße blickte, sah sie, dass das Wasser kleine Bäche gebildet hatte.

Das Gewitter ließ langsam nach und endlich konnte Jeanette auch wieder einschlafen. Doch schon kurze Zeit später wachte sie wieder auf, weil sie unten im Flur Schritte hörte.  Ihr Herz raste. Sie hatte das Gefühl, man könnte es bis unten in der Diele hören. Sie kroch unter die Bettdecke. „Hoffentlich bemerkt mich niemand.“ Das, wovor sie immer Angst gehabt hatte, schien nun einzutreten: Sie war alleine zu Hause und irgendjemand war eingebrochen. Sie hielt fast den Atem an, als die Schritte die Treppe hochkamen. Als die Schlafzimmertür, die sie nur angelehnt hatte, geöffnet wurde, glaubte sie, ihr Herz würde aussetzen.

Da ging plötzlich das Licht an, das offenbar wieder funktionierte. „Jeanette, bist du das?“ Es war Martin. Jeanette war noch nie so froh gewesen, Martin vor sich zu sehen, jedenfalls lange nicht mehr.

„Stell dir vor, auf dem Hausboot hat es reingeregnet. Und dann bei dem Gewitter auf dem Wasser.“ Ich habe mir gedacht, dass ich die restliche Nacht doch lieber hier verbringe.“ Jeanette erholte sich langsam von ihrem Schreck. „Ich bin so froh, dass du da bist.“ Das hatte sie schon lange nicht mehr zu Martin gesagt. „Ach und ich habe die Gießkanne auch noch in die Garage gestellt. Wahrscheinlich hat sie mit ihrem Scheppern schon die halbe Nachbarschaft geweckt“, sagte Martin. Jetzt musste Jeanette lachen. Ach, ja richtig, die Gießkanne. Die hatte sie auf der Terrasse stehen lassen, weil sie abends noch mal gießen wollte. Das war es also, was gescheppert hatte.  „Nun ja, vielleicht mache ich aus meinen Erlebnissen eine Geschichte und schreibe sie auf, um meine Ängste loszulassen“, dachte Jeanette noch, bevor sie in Martins Armen einschlief.

Fortsetzung folgt.

 

 

Anne-Kerstin

Mein Name ist Anne-Kerstin Busch. Mit meinen Büchern und Kursen will ich dich dazu inspirieren, ein erfülltes Leben zu leben. Als Schreib-Mentorin helfe ich Coaches, Texte zu schreiben, die im Herzen der Menschen ankommen. Ich gebe meine Erfahrung aus 15+ Jahren in der Zusammenarbeit mit ganzheitlichen Unternehmern und Unternehmerinnen weiter.
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