Von der Einzigartigkeit zum Firmenslogan und mehr…, Teil 7

Foto: Repina Valeriya – shutterstock

Wir erinnern uns: Martin hatte  Jeanette gerade erzählt, dass er mit ihr zusammen einen Segelurlaub machen will. Doch gerade zu dieser Zeit sollte Jeanette einen Vortrag auf einem Heilpraktiker-Kongress halten und genau das hat sie ihm gerade eröffnet.

„Du machst was?“ Martin hatte nur mit einem Ohr zugehört, denn im Fernseher lief gerade seine Lieblings-Krimiserie. „Ich halte zu diesem Zeitpunkt einen Vortrag und werde nicht mitkommen.“ Jeanette sprach mit ziemlich fester Stimme. „Wie bitte?“ Martin glaubte, nicht richtig verstanden zu haben. „Das kann ja wohl nicht wahr sein. Du willst mir doch nicht erzählen, dass du das wirklich machst und mich alleine in den Urlaub fahren lässt?“ „Hast du mich vielleicht gefragt, ob ich zu der Zeit überhaupt kann?“ Jeanette wurde langsam wütend. Seitdem sie damit begonnen hatte, dem zu folgen, was in ihrem Herzen  war, schien Martin das ständig zu boykottieren. „Du willst einfach nicht, dass ich endlich mal etwas für mich tue. Jahrelang war ich nur für die Familie da, doch ich habe es endgültig satt!“

Martin regierte überhaupt nicht, sondern stellte den Fernseher lauter: „Kann ich jetzt meinen Krimi zu Ende schauen“, fauchte er. Jeanette spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen.  Sie schwankte hin und her zwischen Traurigkeit und Wut. Endlich bekam sie die Chance in ihrem Leben und dann war es ausgerechnet ihr Mann, der sie nicht unterstützte.

„Was soll ich bloß tun? Ich kann doch nicht den Vortrag absagen, das ist eine einmalige Chance für mich“,  ging es ihr durch den Kopf. „Nein, und ich werde es nicht tun!“ Sie brüllte so laut, dass Martin im Wohnzimmer die Tür zuschlug.

Jeanette zog sich ins Gästezimmer zurück. Es war schon die zweite Nacht, in der  sie dort schlief. Verzweifelt warf sie sich auf das Bett. Seitdem sie damit begonnen hatte, sich selbst zu verwirklichen, klappte das mit Martin überhaupt nicht mehr. Ob das das Aus ihrer Ehe war? Sie konnte sich kaum beruhigen. Auch nicht, als sie alles in ihr Tagebuch schrieb, was bisher passiert war.

Sie saß schon eine ganze Weile und schrieb, als es an die Tür klopfte: „Jeanette, bist du noch wach? Ich möchte mit dir sprechen“, rief Martin.

Einen Moment überlegte Jeanette, ob sie überhaupt zu diesem Zeitpunkt mit ihm sprechen wollte, doch dann sagte sie sich, dass es besser wäre, als trotzig zu sein und nicht zu antworten.

„Ja, komm rein.“ Martin öffnete die Tür und setzte sich auf den Stuhl am Schreibtisch. „Du, ich weiß nicht, was in letzter Zeit mit uns los ist. Meinst du nicht, ein gemeinsamer Urlaub wäre gut? Bestimmt kannst du noch mal zu einer anderen Gelegenheit einen Vortrag halten“, sagte er und bemühte sich, dabei ruhig zu bleiben.

„Martin warum hast du mich nicht gefragt, ob mir der Termin passt, als du den Urlaub ausgemacht hast?“ „Ja, wir haben das doch immer so gemacht, schon seit über 20 Jahren war es immer meine Aufgabe, den Urlaub zu buchen. Und bisher hast du ja immer gekonnt, weil du ja sowieso nur den Haushalt gemacht hast.“ „Ja, bisher. Das ist  jetzt aber vorbei.“  „Kann nicht alles wieder sein wie früher, da hat es doch auch gut geklappt? Während Martin das fragte, starrte er an die Decke, wo gerade eine große Spinne krabbelte. „Komm, ich mach dir die mal weg und dann wird alles wieder gut“, sagte er. Jeanette unterdrückte gerade noch ein Kreischen. Normalerweise hatte sie  große Angst vor Spinnen, doch das wollte sie gerade jetzt nicht zeigen. „Danke Martin“, sagte sie deshalb nur.

Als Martin die Spinne draußen abgesetzt hatte, sagte sie:  „Aber wie wäre es, wenn du deinen Segelurlaub mit dem Kollegen alleine machst. Dieses Jahr machen wir eben mal getrennt Urlaub und nächstes Jahr besprechen wir alles rechtzeitig.“ „Das kommt nicht in Frage. Ich fahre da doch nicht alleine mit, wie stehe ich denn da vor meinem Kollegen da“, rief Martin.“Tja, dann weiß ich auch nicht.“ Jeanette war vorsichtig geworden. Der Anblick der Spinne hatte sie doch mehr in Panik versetzt als sie zugeben wollte. Was wäre, wenn Martin nicht dagewesen wäre. Sollte sie nicht doch lieber den Vortrag absagen und mit zum Segelurlaub fahren?

„Weißt du, wir sollten morgen noch mal darüber reden“, sagte sie zu Martin. Aber ich würde den Vortrag so gerne halten. Verstehst du nicht, dass es eine Chance für mich ist?“  „Aber Schatz, ich verdiene doch genug Geld. Du musst doch gar nicht arbeiten“, antwortete Martin. „Ich möchte aber, weil es mir am Herzen liegt, was ich tue“, antwortete Jeanette.

„Tja, dann…“ Martin fiel nichts mehr ein.“Danke, dass du gekommen bist“, sagte Jeanette noch, bevor Martin das Zimmer verließ. Bevor sie sich schlafen legte,  machte sie noch eine ihrer Lieblingsübungen:  Sie atmete in ihr Herz hinein und hüllte alles, was an diesem Tag geschehen war, in ein goldenes Licht. Sie ließ das goldene Licht in ihrer Vorstellung immer mehr aus ihrem Herzen leuchten bis es für sie so aussah, als hätte es das ganze Zimmer erfüllt. Dann fühlte sie sich geborgen und konnte endlich einschlafen.

Doch was würde der nächste Tag bringen? Würde Martin einlenken oder würde es noch mehr  Streit geben?

Fortsetzung folgt!

Anne-Kerstin

Mein Name ist Anne-Kerstin Busch. Mit meinen Büchern und Kursen will ich dich dazu inspirieren, ein erfülltes Leben zu leben. Als Schreib-Mentorin helfe ich Coaches, Texte zu schreiben, die im Herzen der Menschen ankommen. Ich gebe meine Erfahrung aus 15+ Jahren in der Zusammenarbeit mit ganzheitlichen Unternehmern und Unternehmerinnen weiter.
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