Vom Sinn und Unsinn der vielen Weihnachtsgeschenke

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Dezember 11, 2011

Eugene Zhyvchik - Unsplash

Heute in zwei Wochen haben wir den Heilig Abend schon wieder hinter uns. Endlich ist der Stress vorbei, sagen die einen, oh, war das wieder schön, sagen die anderen.

Ich frage mich schon die ganze Zeit: Welchen Sinn hat Weihnachten, die Zeit des Schenkens, heute überhaupt noch? Hatte der ursprüngliche Sinn nicht mal sehr viel mit Liebe zu tun? Einfach nur mit Liebe?

Doch wie sieht es heutzutage stattdessen aus?

Gestern war ich kurz in einem ganz normalen Lebensmittelladen bei mir um die Ecke einkaufen. Während ich etwas in meinen Einkaufswagen lud, hörte ich das zarte Stimmchen eines höchstens fünf jährigen Kindes: „Papa, die Mama wünscht sich ein iPad“.  „Unglaublich“, dachte ich. Nicht nur, dass ich einen iPad für ein ziemlich teures Weihnachtsgeschenk halte, nein, ein Kind, das gerade erst damit beginnt, die Welt zu entdecken, hat schon den iPad im Kopf und das als Weihnachtsgeschenk für die Mutter.

„Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ heißt der neue Slogan einer Elektronikfachmarktkette. Immer wieder, wenn mir dieser Slogan begegnet, frage ich mich, was das bedeuten soll. Ein Freund sagte neulich zu mir, dass er diesen Slogan einfach nur abartig findet. Klar, auf den ersten Blick sagt er: Das  beste Weihnachten ist das mit den meisten und größten Geschenken unter dem Baum.  Er lädt zu einer Art Wettbewerb ein. Und was macht die alleinerziehende Mutter, die ihrem Kind keine Geschenke für hunderte von Euros machen kann?  Wie steht das Kind da, wenn nach den Ferien die Freunde in der Schule erzählen, was sie alles Tolles bekommen haben?

Hm…“Weihnachten wird unter dem Baum entschieden“ – diesen Slogan kann man auch noch ganz anders betrachten.  Denn die Frage ist doch: Was machen wir unter dem Baum? Schenken wir uns Liebe? Oder schenken wir uns materielle Güter? Zeigen wir uns Warmherzigkeit, Anerkennung und Zuneigung oder liegen da eher die teuren Geschenke unter dem Baum aber die Beziehung der Menschen untereinander ist kühl und berechnend?

Ein Geschenk, das man aus Liebe macht, ohne andere zu übertrumpfen, ist ein wunderbares Geschenk und schenken ist eine Form der Liebe. Doch wenn man es aus Zwang tut oder um das Eigentliche, was an Weihnachten sich zeigen sollte, nämlich die Liebe,  durch materielle Güter zu ersetzen, dann stimmt in unserer Gesellschaft etwas nicht mehr.

Schenken kann also viele Motive haben:

Man kann schenken, weil man ein schlechtes Gewissen hat, z. B. weil man keine Zeit für seine Liebsten hat.

Man kann schenken, weil man es eben einfach so macht und weil es jeder tut.

Man kann schenken, weil man Liebe lieber durch Materielles ersetzt.

Man kann schenken, weil man andere übertrumpfen will.

Man kann schenken, weil man dem Vergleich mit anderen standhalten will.

Und man kann aus dem Herzen schenken, weil man anderen Liebe geben will.

Und wie machen Sie es mit den Geschenken an Weihnachten?

 

About the author 

Anne-Kerstin

Mein Name ist Anne-Kerstin Busch. Mit meinen Büchern und Kursen will ich dich dazu inspirieren, ein erfülltes Leben zu leben. Als Schreib-Mentorin helfe ich Coaches, Texte zu schreiben, die im Herzen der Menschen ankommen. Ich gebe meine Erfahrung aus 15+ Jahren in der Zusammenarbeit mit ganzheitlichen Unternehmern und Unternehmerinnen weiter.

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  1. Liebe Uta,

    ganz herzlichen Dank für deinen wunderschönen Kommentar und deine Tipps für die Familie und deren weibliches „Oberhaupt“. Tolle Idee, einfach mal loszulassen, weniger Weihnachtsdeko zu verwenden und auch ruhig mal Staub in den Ecken zu lassen.

    Ich finde übrigens, Weihnachtsgeschenke gehören einfach dazu, wenn man Kinder hat und mein Ansinnen ist es auch nicht zu sagen: Verzichtet auf alle Weihnachtsgeschenke, sondern auch mal darüber zu reflektieren, warum man schenkt, was wirklich dahinter steckt. Ich denke, gerade für Kinder ist es wichtig, wenn in der Schule dann verglichen wird, wer das größte Geschenk bekommen hat und das meiste, dass sie mitreden können. Wenn sie dann gar kein Geschenk bekommen haben, dann ist es schwierig für sie.

    Deine Idee, das Weihnachtsfest selbst als Geschenk zu sehen, finde ich wunderbar. 🙂

    Den Spot habe ich mir übrigens auch noch mal angesehen. Da geht es ja noch nicht mal um Kinder, sondern eine ganz bestimmte Zielgruppe von Erwachsenen, die ich hier lieber nicht näher beschreiben möchte. 🙁

    Ich wünsche dir und deiner Familie aber auf jeden Fall ein geruhsames Fest ,auch mit Geschenken, die von Herzen kommen und die Freude machen… Denn das war ja auch das, was ich in diesem Artikel ausdrücken wollte, dass es wichtig ist, aus dem Herzen zu schenken, dass das Materielle aber nicht das Allerwichtigste sein sollte. 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

  2. Liebe Anne-Kerstin,

    zum einen möchte ich erst einmal Danke sagen für Deine Gedanken.

    Und „ganz genau“ rufen, bei dem Kommentar Deines Freundes, der den genannten Werbeslogan einfach nur „abartig“ findet. Ich weiß nicht, ob Du den Spot auch gesehen hast – das Wort „abartig“ ist dafür schlicht nicht mehr ausreichend. Die Zielgruppe dieser Werbung ist ziemlich klar. Ich fürchte, dass die Marketingleiter der Elektronikkette vermuten, dass es sich bei der Zielgruppe um den größten Teil der Bevölkerung handelt … armes Deutschland!

    Zur vorweihnachtlichen Zeit möchte ich einmal meinen Tipp weitergeben.
    Als „Familienmanagerin“ einer 5-köpfigen Firma habe ich vor wenigen Jahren entschieden, die Weihnachtsdeko auf ein sinnvolles, feines aber kleines Minimum zu reduzieren, den Staub nicht mehr als lebensbedrohlich zu empfinden und dreckige Fenster nicht mehr als Hinweis darauf zu werten, dass die Mutti nix im Griff hat.
    Das entstresst diese Zeit schon ungemein.

    Dann habe ich den Anspruch auf perfekte, liebevolle Weihnachtsstimmung an den Adventssonntagen und an den Weihnachtstagen losgelassen und nehme die Dinge so, wie sie kommen. Das hebt die Stimmung ganz von selbst.
    Und wenn nicht, ist es eben nicht so schlimm. Dann ist es so und kann wieder besser werden.

    Bei den Geschenken bin ich allerdings bis heute noch nicht so glücklich.
    Ein komplett alternatives Weihnachtsfest ohne Geschenke oder nur wenige Geschenke ist mit Kindern nicht einfach – natürlich auch wegen der verflixten Vergleiche … Da bleibt hinterher immer ein komisches Gefühl. Ich tröste mich dann damit, dass wir aber eine kuschelige Familie sind 😉 Vielleicht kommt mir ja noch eine Erleuchtung 🙂

    Eine kleines Leuchten wäre:
    Das Weihnachtsfest selbst als Geschenk zu empfinden, die Tage, an denen man zusammen sein kann.
    Aber ohne den Anspruch auf das Vollkommene … Das Heim als Krippe – mit vielen Eseln 😉

    Viele liebe Grüße,
    Uta

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