Erschütternd: Mein Besuch im Anne-Frank-Zentrum in Berlin

Fotos: Anne-Kerstin Busch

Schon als Kind hat mich die Geschichte von Anne Frank sehr berührt und auch traurig gemacht. Ihr Tagebuch ist heute in der ganzen Welt bekannt, doch das hat sie leider nicht miterlebt. Als ich bei meiner Berlin-Reise in den Hackeschen Höfen war, stand ich an einem der Info-Points und schaute mir ein Video der Geschichte der Hackeschen Höfe an. Dabei erfuhr ich, dass ganz in der Nähe auch das Anne-Frank-Zentrum ist und entschied mich, dort hinzugehen. Das Anne-Frank-Zentrum liegt in einem der Hinterhöfe ganz in der Nähe der Hackeschen Höfe.

Der Besuch dort hat mich sehr berührt. Eigentlich fehlen mir die Worte, um das zu beschreiben. Wenn man sich vorstellt, dass Anne Frank damals Träume hatte, wie die Kinder und Jugendlichen, die in den verschiedenen Audio-Installationen dort zu Wort kommen, nur mit dem Unterschied, dass sie nicht die Gelegenheit hatte, diese Träume zu leben und zu verwirklichen.

In der Ausstellung erfuhr ich auch, wie sehr das Schreiben Anne Frank geholfen hat. Als die Familie sich damals im Hinterhaus in Amsterdam verstecken musste, schrieb sie nicht nur ihr Tagebuch, sondern auch Geschichten.

Auf einem Lesezeichen, was ich dort mitgenommen habe, steht folgendes Zitat von ihr. Es hat mich sehr berührt – nicht zuletzt auch deshalb, weil ich immer wieder erlebe, wie das Schreiben mir in Zeiten der Herausforderung hilft:

„Mit Schreiben werde ich alles los. Mein Kummer verschwindet, mein Mut lebt wieder auf. Aber, und das ist die Frage, werde ich jemals etwas Großes schreiben können, werde ich jemals Journalistin und Schriftstellerin werden? Ich hoff es, ich hoffe es so sehr! Mit Schreiben kann ich alles ausdrücken, meine Gedanken, meine Ideale und meine Phantasien.“

– Anne Frank, 5. April 1944

Was will man mehr über das Schreiben sagen? Sie hat es auf wunderbare Weise ausgedrückt, was das Schreiben bewirken kann. Auch wenn sie leider nicht mehr erlebt hat, wie bekannt ihr Tagebuch geworden ist und auch heute noch auf der ganzen Welt ist.

Die Video-Installationen, in denen Jugendliche von ihren Träumen erzählen oder aber auch  davon, dass sie anders sind als andere und wie es für sie heute ist, z. B. eine andere Hautfarbe oder Religion zu haben, fand ich beeindruckend. Zwischen den Aussagen der Jugendlichen von heute gab es immer wieder Audio-Ausschnitte aus dem Tagebuch von Anne-Frank, so dass das Gestern und Heute fast miteinander verschmolzen sind. Sie war damals eine Jugendliche wie viele andere heute auch, mit dem Unterschied, dass es heute leichter ist, anders zu sein. Man hat hoffentlich aus der Geschichte gelernt. Anne Frank wäre 2013 übrigens 84 Jahre alt.

Erwähnen möchte ich auch noch das Berliner Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“. An bestimmten Plätzen in der Innenstadt stehen Litfaßsäulen, die Open Air Ausstellung, die von den Menschen zu der Zeit damals berichtet, und es gibt auch Veranstaltungen. Am Hackeschen Markt entdeckte ich diese Litfaßsäulen – ich nenn das jetzt mal so -, denn so habe ich das empfunden, zuerst. Ich finde, es ist eine tolle Idee, mit der eigenen dunklen Vergangenheit umzugehen und sie zu integrieren in das Hier und Jetzt.

Foto: Anne-Kerstin Busch

Demnächst: Letzter Teil: Ein Highlight: Berlin leuchtet

Anne-Kerstin

Mein Name ist Anne-Kerstin Busch. Mit meinen Büchern und Kursen will ich dich dazu inspirieren, ein erfülltes Leben zu leben. Als Schreib-Mentorin helfe ich Coaches, Texte zu schreiben, die im Herzen der Menschen ankommen. Ich gebe meine Erfahrung aus 15+ Jahren in der Zusammenarbeit mit ganzheitlichen Unternehmern und Unternehmerinnen weiter.
Anne-Kerstin
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