Schreibblockade adé: Mit Bildern schreiben

Foto: ollyy – shutterstock

Sicher kennst du das auch: Du hast eine Idee. Aus dieser Idee soll ein Artikel oder sogar ein Buch werden. Doch nun sitzt du schon mindestens eine Viertelstunde da und starrst den leeren Bildschirm an … und er schaut zurück, weiß hell und bedrohlich, denn er ist immer noch leer. Du findest einfach nicht den Anfang. Dann schreibst du vielleicht mal etwas und drückst gleich wieder die Löschtaste.

In einer solchen Situation, oder wenn du mal zwischendurch eine gute Inspiration brauchst, dann empfehle ich dir die Arbeit mit Bildern. In meiner Tätigkeit als Autorin und Schreibcoach ist diese Arbeit mit Bildern eine der wichtigsten Übungen.

Die Vorbereitung

Du brauchst Karteikarten in DIN A 5, möglichst unliniert. Nimm dir außerdem alte Zeitschriften, die du nicht mehr brauchst. Schlage sie auf und schneide Bilder aus, die dich spontan ansprechen. Klebe dann jeweils ein Bild auf  eine Karteikarte.

Die Bilder intuitiv ziehen

Nehmen wir mal an, du schreibst gerade an einem Artikel. Plötzlich stockt es und du weißt nicht mehr weiter. Dann legst du dir die Karten mit der leeren Seite nach oben hin und ziehst intuitiv eine Karte. Betrachte sie und schreibe auf, was dir gerade in den Sinn kommt, während du die Karte anschaust. Es muss erst einmal nichts mit deinem Text zu tun haben, kann aber. Manchmal passiert es auch, dass dadurch, dass man sich auf etwas ganz anderes konzentriert, in diesem Fall die Karte, plötzlich eine ganz neue Idee kommt.

Wenn du magst, kannst du das gleich mal üben. Nehmen wir mal an, du hättest folgendes Bild gezogen, was würde es dir sagen?

Bild: Anne-Kerstin Busch

Was für Ideen kommen dir? Je nachdem, worüber du gerade schreibst, könnten dir verschiedene Ideen kommen.

  • Der Baum als Mahnmal in einer sich verändernden Umwelt
  • Der Baum als Vorbild … das selbst schwierige Zeiten überlebt
  • Die Aufmerksamkeit auf das Licht in dem Bild legen: Wo Schatten ist, ist auch Licht.
  • Usw. Was fällt dir noch dazu ein?

Den Anfang für eine Geschichte finden

Wenn du eine Geschichte schreibst, kann es passieren, dass du erst einmal nicht so richtig weißt, wie du anfangen sollst. Dann hilft vielleicht ein Bild, den Anfang der Geschichte zu finden. Umschreiben kannst du später immer noch. Wenn du erst einmal über den Stolperstein des Anfangs hinweg bist, ist das schon viel Wert.

Welches der beiden Bilder würde dir mehr helfen, einen Anfang für deine Geschichte zu finden?

Bild: Anne-Kerstin Busch

Oder vielleicht dieses Bild:

Vielleicht aber auch dieses Bild.

Bild: Anne-Kerstin Busch

Diese Bilder sind nur Beispiele. Du kannst dir natürlich Bilder zu allen möglichen Themengebieten ausschneiden und dann intuitiv ziehen. Es kann auch passieren, dass dich ein Bild zu einer völlig neuen Geschichte inspiriert. Dann solltest du die Gelegenheit nutzen und dir sofort ein paar Notizen machen, die du später verwenden kannst, da es sonst passieren kann, dass du die Idee wieder vergisst.

Seminartitel finden und Werbetexte schreiben

Wenn ich Selbstständigen und Kleinunternehmern helfe, ihre Internet-Seiten zu texten oder auch mal einen Flyertext, dann verwende ich ganz oft Bildkärtchen. Sie haben mir schon dabei geholfen, einen passenden Slogan zu finden oder neue Seminartitel, aber auch, um den Nutzen eines Angebots für potenzielle Kunden zu formulieren.

Hier ein Beispiel. Ich suchte mal für mich einen neuen Seminartitel für ein Seminar, dessen Inhalt es war, gute Seminartitel zu kreieren. Dafür zog ich ein Bild, auf dem eine Szene am Meer abgebildet war, so ähnlich wie dieses hier.

Foto: lzf – shutterstock

Irgendwie musste ich gleich an die frische Brise denken, die so oft an der Nordsee weht. Also fiel mir spontan der Titel ein Bringen Sie frischen Wind in Ihre Seminartitel. Ein Titel, der sowohl eine Aufforderung enthält, etwas zu tun, als auch ein Gefühl der Frische, Belebung und Energie, durch den „frischen Wind“. Ohne dieses Bild wäre ich vielleicht gar nicht auf diesen Titel gekommen.

Wie du siehst, es gibt viele Bereiche, in denen es sich lohnt, mit Bildern zu arbeiten. Das hilft meistens weiter und die Schreibblockade, die vorher das Thema war, ist schnell vergessen.

Sieben kreative Tools kennenlernen, die bei Schreibblockaden helfen können.

Anne-Kerstin
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